Dies & Das
Eine Seite, auf der ich immer mal wieder Geschichten, Notfälle, Gedanken und dergleichen aufschreiben/darstellen werde........;o))

Hundewäldchen Zusammengekauert saß der bärtige alte Mann im Nieselregen eines kalten Wintertages vor dem Tor des Tierheims, neben sich in einem kleinen Bollerwagen einen Schäferhund, der sogar aus der Nähe wie ein Bündel alter Kleider wirkte, die jemand achtlos abgelegt hatte.
Die beiden mussten schon eine ganze Weile dort warten, denn als die ersten Angestellten früh um sieben kamen, hatte der Mann Mühe, sich aus seiner Stellung zu erheben, so steif war er geworden. Der Hund versuchte erst gar nicht auf die Beine zu kommen, er blinzelte nur kurz und schloß dann wieder die Augen, ohne einen Laut von sich zu geben.
Es ist wegen Harras, der alte Mann sprach die junge Tierpflegerin, die das breite Tor aufschloß, zögernd an, er ist krank .. und nach kurzem Zaudern, sehr krank.
Er hatte seinen breitkrempigen, verwitterten Schlapphut gezogen und wartete. Dann müssen wir ihn uns wohl ansehen, für das Mädchen schien das ganze eher ein Routinevorgang zu sein. Kann er noch laufen, ? Ja schon, aber er hat Schmerzen denke ich, ich werde ihn hineintragen. Aber nein, dafür ist das Tier doch viel zu schwer, sie sah ihn zweifelnd an und setzte hinzu, und Sie auf keinen Fall kräftig genug. Das täuscht, erwiderte der Alte kurz, beugte sich nieder und schob seine beiden Arme wie die stählernen Greifer eines Gabelstaplers unter das Tier, um es dann sanft emporzuheben.
Wohin? fragte er und sein Atem schien kaum beschleunigt. Erst einmal ins Trockene, der Tierarzt kommt erst in einer Stunde. Das Mädchen schritt ihm schnell voraus und bog schon wenige Meter weiter in einen kleinen Nebenweg ein, an dessen Ende ein breiter Bungalow stand. Hier werden unsere Neuankömmlinge untergebracht, sie schloß die Tür auf und der warme Dunst vieler Tierleiber schlug den Eintretenden entgegen. Legen Sie Ihren Hund hierher, Sie können bei der Untersuchung dabeibleiben, sie wies auf eine schmale Pritsche, die vor dem Behandlungsraum stand. Es sei denn, Sie wollen das Tier nicht mehr haben und er wird ohnehin Dauergast bei uns, sie sah ihn fragend an.
Das ist Harras und Sie sollten solche Vermutungen erst gar nicht anstellen, er versteht Sie nämlich. Das Mädchen lächelte, tut er das? Dann sollte ich wohl etwas vorsichtiger mit meinen Worten sein. Der Mann legte das Tier unendlich liebevoll auf die Pritsche und setzte sich daneben.
Das Mädchen ging geschäftig hin und her, ordnete Instrumente, öffnete Medizinschränke und ließ die beiden dabei nicht aus den Augen. Endlich schien sie mit ihren Vorbereitungen für den tierärztlichen Alltag fertig zu sein und wandte sich dem alten Mann und dem Hund zu. Darf ich ihn mir mal ansehen, oder ist er kein Menschenfreund? Er ist mein Freund das schien dem Alten als Empfehlung für sein Tier zu reichen. Vorsichtig kam das Mädchen heran, sprach mit sanfter, tiefer Stimme beruhigende Worte und streckte ihre offene Handfläche dem teilnahmslos daliegenden Hund behutsam entgegen.
Er reagierte nicht.
Harras, mein Guter, sie versuchte immer noch, die Aufmerksamkeit des Hundes zu wecken, vermied es jedoch, sich ebenfalls auf die Pritsche zu setzen.
Mein Alter, Du darfst, sagte der Mann plötzlich, sieh doch nur, sie setzt sich nicht.
Das Mädchen lächelte, sie mögen das alle nicht, sie fühlen sich wie in einer Falle, wenn sie von zwei Seiten eingekreist werden und dann hat man Mühe, ihr Vertrauen zu gewinnen. Der Mann erwiderte ihr Lächeln, mir scheint, Sie sind hier am richtigen Platz, die Tiere werden Sie mögen.
Als wolle der Hund diesen Satz bestätigen, hob er schwach den Kopf und schnupperte an der ausgestreckten Hand. Ein kaum wahrnehmbares Schwanzwedeln signalisierte, dass die kurze Prüfung befriedigend ausgefallen war.
Äußere Verletzungen hat er keine, soweit ich sehe, aber er ist wohl schon sehr alt.?
Das sind wir beide und bisher waren wir trotzdem noch niemals krank, sagte der Alte und seine Worte klangen wie eine Beschwörung, dass es auch diesmal nichts schlimmes sein möge.
Das junge Mädchen füllte eine Schüssel mit Wasser und schob sie sacht in die Nähe der Hundeschnauze, doch der Hund zeigte weiterhin keine Reaktion. Nun, was immer es ist, ich fürchte, wir werden ihn röntgen müssen, richten Sie sich schon mal darauf ein, dass unser Doktor nur dann eine wirkliche Diagnose stellen kann.
Wie ist er? Ein guter Mann, oder einer von der Metzgersorte?
Das Mädchen überlegte kurz, als wolle es auf keinen Fall etwas falsches sagen und sah den Alten dann voll an: Er ist eine ehrliche Haut, wenn Ihr Hund keine Chance mehr hat, wird er es Ihnen knallhart sagen, er hält nichts davon, kranke Tiere um jeden Preis am Leben zu erhalten, aber, er tut alles, um das Einschläfern zu vermeiden.
Das ist gut, sagte der Alte und sah zum erstenmal weniger besorgt aus.
Sie können bei der Untersuchung dabeibleiben, der Doktor findet, das beruhigt seine Patienten und er hat weniger Streß, das Mädchen strich Harras sanft mit dem Handrücken über die Stirn und verschwand dann im Nebenraum. Kurze Zeit später tauchte sie wieder auf, in der Hand einen dampfenden Becher mit Kaffee, den sie dem Alten ohne ein Wort reichte. Der nahm das Gefäß dankbar entgegen, wandte sich aber keine Sekunde von dem Tier auf der Pritsche ab.
Er trank und summte dabei in tiefem Baß eine Melodie, die der Hund zu kennen schien, er öffnete die Augen und wedelte schwach. Ja, mein Alter, hab keine Angst, ich bin ja da, es wird Dir niemand weh tun, er sang diese Worte fast und seine Stimme zitterte leicht.
Dann ging alles ziemlich schnell. Der Tierarzt, ein grobschlächtiger Mann um die 40, mit überraschend sanften Händen nahm sich viel Zeit für den alten Schäferhund und man sah seinem Gesicht nicht an, zu welchem Ergebnis er gekommen war. Endlich ging er in den Nebenraum, um die Röntgenaufnahme auszuwerten und kam lange Zeit nicht zurück. Als er wieder eintrat war sein Gesicht mehr als ernst.
Wo leben Sie mit dem Hund, er sah den Alten fragend an und mit einem zweifelnden Blick auf dessen Kleidung , ich meine, hat der Hund ausreichende Pflege?
Wir leben zusammen und was ich habe, hat auch Harras, der Alte schien nicht gesonnen, mehr Auskünfte zu geben.
Es könnte sein, dass das in seinem jetzigen Zustand nicht mehr ausreichen wird, das Tier kann nicht auf der Straße leben, Sie sollten ihn hier bei uns lassen.
Auf gar keinen Fall, der alte Mann erhob sich abrupt , sagen Sie mir nur, was er braucht, er wird es bekommen.
Der Arzt schwieg eine Weile, seufzte tief und sagte dann rasch, Sie sollten wissen, dass Ihr Harras keine Chance mehr hat, ich kann ihn für etwa 24 Stunden schmerzlos halten und das werde ich auch tun, aber dann müssen Sie sich entscheiden, obwohl es eine wirkliche Wahl für jemanden, der sein Tier so liebt wie sie, nicht geben wird, nicht geben sollte.
Der Alte antwortete nicht sofort, er schien wie betäubt vor Schmerz und sein Bart zitterte. Und Sie irren sich nicht? Seine Stimme war fast tonlos.
Ich denke, Sie wissen die Antwort darauf selbst, dass Sie zu uns gekommen sind, zeigt mir, dass Sie zumindest geahnt haben wie krank Ihr Hund ist. Vielleicht hilft es Ihnen, wenn Sie wissen, dass seine Krankheit nichts mit seinem Leben auf der Straße zu tun hat, das kann auch jedem Wohlstandshund passieren und ist dann ebenso hoffnungslos. Der Arzt versuchte nicht länger, seine Diagnose erträglich klingen zu lassen, er wandte sich schon seiner nächsten Aufgabe zu, machen wir weiter Britta, sagte er kurz zu dem jungen Mädchen, das die ganze Unterhaltung in teilnehmendem Schweigen angehört hatte.
Kommen Sie, ich gebe Ihnen das Schmerzmittel für Harras, sie legte ihre Hand auf den Arm des Alten und führte ihn zu einem der großen Medizinschränke. Sie können das Tier hier lassen, sagte sie dann und ihre Augen wirkten dunkel vor Anteilnahme, ehe er antworten konnte fuhr sie fort, ich weiß, das kommt für Sie nicht in Frage, aber erwähnen muss ich es. Sie reichte ihm ein kleines Fläschchen, bitte jeweils dreimal am Tag 10 Tropfen ins Trinkwasser träufeln, oder auch öfter, wenn Sie merken, er hat Schmerzen.
Der Alte griff nach dem Fläschchen mit der trüben Flüssigkeit wie nach einem Rettungsanker, doch sie hielt es fest und sah ihn eindringlich an. Ich muss Sie warnen, achten Sie auf die Dosierung, es ist ein überaus starkes Betäubungsmittel, gleichermaßen gefährlich für Mensch und Tier. Danke, er verstaute das Fläschchen wie eine Kostbarkeit tief in der Tasche seines abgetragenen Mantels.
Ehe er sich abwenden konnte, sagte sie, kennen Sie die Schrebergartensiedlung am Stadtrand? Er schien gar nicht zuzuhören, seine Augen wirkten leer und fast blicklos. Sie können dort mit Harras die nächsten Tage verbringen, um diese Jahreszeit ist dort niemand, sie griff in ihren blauen Kittel und reichte ihm einen großen Schlüssel. Der ist für den Eingang zur Anlage. Das Gartenhaus meines Großvaters finden Sie in der dritten rechten Abzweigung vom Tor aus betrachtet, Nummer 11, und der Schlüssel liegt unter dem Blumentopf am Eingang.
Jetzt endlich schien er seine Umgebung wieder wahrzunehmen, er sah sie an, als biete sie ihm nicht nur einen Platz für sich und das kranke Tier, sondern die Rettung aus tiefster Not. Mein Gott Kind, das gibt es noch, er betrachtete das Mädchen Britta so zweifelnd, als werde das Angebot im nächsten Augenblick zurückgezogen. Warum tun Sie das?
Sie zuckte die Achseln, wahrscheinlich weil ich gerade meine Hündin Tess verloren habe und die Erinnerung noch frisch genug ist, echte Gefühle um mich herum nicht achtlos zu übersehen. Ich arbeite hier weil Tiere nun einmal meine Welt sind, aber glauben Sie mir, oft genug würde ich das alles gern hinschmeißen beim Anblick all der vernachlässigten und mißhandelten Kreaturen. Kommt dann aber Jemand wie Sie und Harras, dann weiß ich wieder, es lohnt sich, sie stockte einen Moment und fügte dann hinzu; Liebe lohnt sich.
Der alte Mann lächelte und sah für einen Moment weniger unglücklich aus. Ich wünsche Ihnen, dass immer Jemand in ihrem Leben sein wird, der diese Ansicht mit Ihnen teilt, sagte er dann und dem Mädchen war für einen Moment so, als habe der Alte sie gesegnet.
Der alte Ölofen in der Gartenlaube gab eine köstliche Wärme ab und die Eisblumen an den kleinen Butzenscheiben schmolzen zusehends. Beide, der alte Vagabund und sein Hund waren restlos erschöpft, es war ein weiter Weg gewesen bis hier heraus und nur auf dem letzten Stück hatte ein LKW das Wägelchen und die beiden mitgenommen. Den ganzen restlichen Weg hatte der Alte das Gefährt gezogen und von mal zu mal längere Pausen einlegen müssen. Gierig trank das Tier das leicht erwärmte Wasser in das der alte Mann nun die vorgeschriebenen Dosis der Schmerztropfen hineingegeben hatte. Schon Minuten später streckte der Schäferhund sich seufzend wie ein alter Mensch auf der breiten Liege aus, die mitten im Raum stand und der Mann deckte ihn behutsam mit einer alten Schafwolldecke zu, die er in einem der Schränke gefunden hatte.
Es ist soweit mein Freund, nur noch kurze Zeit und wir beide werden im ewigen Sommer auf die Jagd gehen, liebevoll strich er dem Tier über den Kopf. Aber jetzt muss ich Dich ganz kurz allein lassen, Du weißt, den letzten Gang wird ein Team wie wir beide es sind, so antreten, wie es sich für freie und stolze Geschöpfe gehört. Ich habe also noch einiges zu tun, schlafe mein Kleiner, schlafe, ich werde hier sein, wenn Du erwachst, ich werde immer hier sein, immer, immer, seine Stimme versagte und der Hund, als habe er die beschwörende Stimme absolut verstanden, stöhnte tief und schwer und schlief ein.
In der Kneipe der kleinen Siedlung, die direkt hinter den Schrebergärten lag, gings an diesem Abend hoch her. Es war Freitag und das bevorstehende Wochenende sorgte bei allen für eine Bombenstimmung.
Den alten Mann, der plötzlich in der Tür stand, bemerkten die Zecher erst, als er seine Mundharmonika ansetzte und die neuesten Hits aus den Charts zu spielen begann. Im Nu wurden Tische und Stühle beiseite geräumt und der Tanz ging los. Der Alte spielte ausgezeichnet und der Wirt sah sein Geschäft blühen.
Spiel, spiel Alter, es soll Dein Schaden nicht sein. Und der Alte spielte als hänge sein Seelenheil davon ab. Zwei Stunden später steckte er erschöpft und taumelnd vor Müdigkeit die Mundharmonika in die Tasche, nachdem er als letztes Lied das bekannte muß i denn zum Städtele hinaus, intoniert hatte.
Der Wirt winkte ihn an den Tresen und wollte ihm ein wirklich gut bemessenes Trinkgeld in sein Hutband stecken, aber der Alte wehrte ab. Das habe ich gern getan, wenn auch nicht umsonst, alles was ich von Ihnen dafür verlange, ist ein Pfund rohes gehacktes Fleisch aus Ihrer Küche, er sah den erstaunten Wirt beschwörend an, nur das, nicht mehr.
Sollst Du haben Alter, wenngleich Du Dir für das Geld gewiß hättest Hackfleisch für eine ganze Woche kaufen können. Der alte Mann lächelte als er das Fleischpaket in Empfang nahm, denn der gutmütige Wirt hatte ihm einen gefüllten Flachmann in die Verschnürung gesteckt. Er klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter, als er ihn zur Tür begleitete und sie hinter dem Graukopf abschloß.
Das Tier hob den Kopf als der Alte die Gartenlaube betrat. Du hast doch nicht etwa geglaubt, ich lasse Dich länger allein als ich muss? Habe ich nicht immer gehalten, was ich Dir versprochen habe mein Junge? Ich werds auch diesmal tun, sei sicher, wir beide gehen zusammen in das Land hinter dem Regenbogen. Was meinst Du, sollen wir beide das so machen wie wir gelebt haben, mit einem Festakt von dieser Bühne abtreten, wie zwei alte Gaukler, die noch mal groß aufdrehen, obwohl ihr Programm langsam zu verstaubt ist, noch irgendwen von den Sitzen zu reißen?
Der Hund hatte aufmerksam zugehört, es schien ihm etwas besser zu gehen, und als die Stimme seines Herrn verstummte, seufzte er tief und legte die Schnauze auf die Vorderpfoten Ja, ja, der Mann packte das Fleischpaket aus, breitete das Papier sorgfältig auf dem Boden aus und wartete. Der Hund ließ ihn nicht aus den Augen, schickte sich aber nicht an, das weiche warme Lager zu verlassen.
Ich bin ein Idiot, der Alte strich dem Tier sanft mit dem Handrücken die Schnauzbarthaare zurück, aber kreide es mir nicht an Harras, ich hab doch glatt vergessen, wieviel Du von guten Tischmanieren hältst, es wird in unseren Kreisen eben nicht vom Boden gespeist, Du hast Recht. Also der Herr, es ist angerichtet, er hob das Papier samt Inhalt vom Boden auf und legte es dem Hund direkt vor die Schnauze.
Der Schäferhund begann zu schnuppern, zögerte und tat dann so, als fresse er ein Häppchen, in Wahrheit jedoch blieb es bei dem Versuch. Mit unendlicher Traurigkeit in der Stimme sagte der alte Mann, bin ich zu spät Harras, war das Timing mal wieder saumäßig, wie schon so oft? Weißt Du, ich habs nicht eher geschafft Dir Dein Lieblingsmenü zu beschaffen, könntest Du nicht mal probieren, ob es sich gelohnt hat, dafür zwei Stunden die Einmannkapelle zu spielen? Er nahm etwas von dem frischen Hackfleisch auf die Hand und hielt es dem Tier bittend hin.
Der Hund sah ihn aus trüben, unendlich ergebenen Augen an, dann nahm er zögernd ein paar Bröckchen und schluckte es ohne zu kauen hinunter.
Na was hältst Du davon?
Der Hund stieß einen kurzen winselnden Laut aus und, als wolle er die Bemühungen seines menschlichen Freundes belohnen, leckte er mit der Zunge einige Fleischkrümel aus der Hand des Alten. Doch damit schien seine Energie erschöpft und er schloß erneut die Augen.
Seufzend stand der Alte auf und traf seine Vorbereitungen. Er fand im Geräteschuppen alles was er brauchte und schritt schon wenige Minuten später mit Schaufel und Hacke bewaffnet die wenigen Meter zu einem an die Schrebergärten angrenzenden Wäldchen. Er drang tief bis ins Unterholz vor und begann zu graben.
Im Frühjahr, zur Zeit der Schneeschmelze fand man die beiden. Mann und Hund einander zugewandt, eine Hundepfote in der Hand des Mannes, eine Geste unendlicher Liebe.
Die Schrebergärtner nannten das Gehölz seitdem das Hundewäldchen und schworen darauf, dass von dort in kalten Nächten die leisen Töne einer Mundharmonika und fröhliches Hundegebell zu hören seien.
Autor: © Lieselore Warmeling

Auch wenn es gelänge, die Tiere vor uns zu schützen, wir hätten nichts erreicht. Erst wenn es gelingt, die Tiere nicht mehr schützen zu müssen, sind wir am Ziel. Dann haben wir etwas verändert: UNS. ~ (Michael Aufhauser)


Die Geschichte vom alten Esel
Eines Tages fiel einem Bauern der Esel in einen tiefen Brunnen. So sehr der Bauer und seine Nachbarn es auch versuchten, es gelang ihnen nicht, das Tier aus dem tiefen Schacht herauszuziehen. Weil der Esel alt war und der Schacht sowieso zugeschüttet werden sollte, schaufelten die Männer Erde in den Brunnen, um den alten Esel im Schacht zu begraben. Die Männer schaufelten still weiter, bis der Bauer es wagte, in das zukünftige Grab des armen Esels hinab zu sehen.
Er staunte nicht schlecht, denn der Esel hatte etwas Erstaunliches getan. Jede Schaufel voll Dreck, die auf seinem Fell landete, hatte er abgeschüttelt, fest getrampelt und war auf diese Weise langsam immer höher gekommen. Als die Männer weiterschaufelten, war der Boden im Brunnen nach kurzer Zeit hoch genug, dass der Esel mit eigener Kraft aus dem Loch heraus steigen und davon trotten konnte.
Jeder Fehler, jedes Missgeschick, jeder Missgriff Deines Lebens kann von großem Nutzen sein, wenn Du es schaffst, ihn als Trittstufe zu benutzen. Der Trick ist, den Schutt an unguten Erfahrungen unermüdlich abzuschütteln und Schritt für Schritt weiterzugehen. Nicht aufgeben, niemals! So gelangst Du am Ende sogar aus dem dunkelsten Loch, so wie es dem Esel gelungen ist.
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“Immer wenn Du traurig bist stell Dir vor du sitzt in einem Bonbonglas und ein Gummibärchen hält Deine Hand!” :o)
Leben ist das langsame Ausatmen der Vergangenheit und das tiefe Einatmen der Gegenwart... Um genügend Luft für die Zukunft zu haben....!
Dieser Text gehört zur Nettiquette meines Forums und wie ich finde, ist er sehr wichtig. Man kann es garnicht oft genug ansprechen, denn es kommt häufiger vor, als vielleicht so mancher glauben mag und hat oftmals fatale Folgen für das Opfer. Ich wünsche den Menschen, die als Opfer davon betroffen, und u.U. labil sind, die Kraft und Ruhe, über den Dingen zu stehen, und ich wünsche mir für die Täter, oftmals feige hinter der Anonymität versteckt, daß sie den Weg finden, sich professionelle Hilfe für ihre Erkrankung zu holen, denn anders ist das Bedürfnis, andere Menschen systematisch zu zerstören, nicht zu bezeichen. Ich hoffe, ihr Leben wird iiiirgendwann mal wieder zufrieden und ausgeglichen verlaufen..................in diesem Sinne :o)
alles Liebe Heike :o)
Internet-Mobbing
Verlieren wir das Gefühl für Wahrheit und Wahrhaftigkeit ?
Internet-Mobbing kommt immer häufiger vor. Waren es früher Drohbriefe an Einzelpersonen, das Streuen von Gerüchten entweder mündlich oder per öffentlichem Brief, heutzutage hat man das alles nicht mehr nötig.
Es gibt das Internet.
Das Internet ist auf dem Weg, sich zur Quelle der Wahrheit zu entwickeln. Wissen ist nur dann existent, wenn es in Wikipedia steht, Bücher existieren nur dann, wenn man sie bei Amazon finden kann. Man fährt in Urlaub nur noch auf Strecken, die der Routenplaner vorschlägt und übernachtet in Hotels, die im Internet annoncieren. Irgendwann wird ein Mensch nur noch dann existieren, wenn er im Internet gegoogelt werden kann. Das, was im Internet steht, wird als Wahrheit angesehen. Steht Nachteiliges über einen Menschen im Internet, so glaubt man es. Macht nichts, mag man sagen, auch Zeitungs- und Fernsehnachrichten werden geglaubt. Hier allerdings sind es Journalisten, die beruflich Nachrichten verbreiten.
Das Gefährliche beim Internet ist, jeder einzelne kann eine Internet-Präsenz gestalten und seine Nachrichten hochladen. Unabhängig von dem Wahrheitsgehalt gelingt es ihm innerhalb kurzer Zeit eine enorme Verbreitung seiner Nachricht zu erzielen. Diese Nachricht, auch wenn sie schnell wieder gelöscht wird, ist im Cache zu finden und auf sie kann weiterhin zugegriffen werden.
So können Menschen ganz schnell öffentlich diffamiert und herabgesetzt werden.
Man kann Vorwürfe in die Welt setzen, die per se keine sind “der Staatsanwalt ermittelt” dies kann bedeuten, es gibt ein öffentliches Interesse, deshalb ermittelt die Staatsanwaltschaft, es kann aber auch heißen, es liegt eine völlig aus der Luft gegriffene Strafanzeige vor und dennoch aufgrund der Anzeige muss der Staatsanwalt von Amts wegen ermitteln.
Man kann Tatsachen herausstellen, die an sich nichts aussagen - die Geldstrafe war so und so hoch. Die Höhe der Geldstrafe sagt nur etwas über das monatliche Nettoeinkommen aus. Entscheidend für die Schwere der Tat, die mit der Geldstrafe sanktioniert wurde, ist die Anzahl der Tagessätze.
Es werden Informationen über die finanziellen Verhältnisse des Mobbing-Opfers mitgeteilt, Informationen aus dem Privatleben veröffentlicht und Spekulationen über den Charakter des Menschen angestellt, und das alles, weil man glaubt, man sei es der Öffentlichkeit schuldig, über diesen Menschen und sein schändliches Treiben aufzuklären.
Auf diese Weise setzt man einen Menschen herab und beraubt ihn seiner Würde. Man bindet seine Energien, denn er muss sich gegen jeden dieser einzelnen Vorwürfe, selbst wenn sie erfunden sind, zur Wehr setzen. Man misshandelt ihn seelisch und nach einer gewissen Zeit auch körperlich. Mobbing-Opfer werden menschenscheu und misstrauisch, sie verlieren das Vertrauen in fremde Menschen, denn jeder könnte der Lieferant der Informationen sein, die sich fröhlich im Internet tummeln.
Das Recht steht den Mobbing-Opfern nicht gerade zur Seite. Zwar gibt es die Möglichkeit einer Unterlassungs- und Schadensersatzklage, auch strafrechtlich kann das Mobbing-Opfer gegen die Mobbing-Täter vorgehen. Allerdings sind diese Rechtsinstrumente für Printmedien und später Fernsehen mit ihren professionellen Journalisten entwickelt worden. Sie werden nicht der Tatsache gerecht, dass es für jeden einzelnen sehr einfach ist, Nachrichten ins Internet zu stellen, zu entfernen, wieder einzustellen und sofort.
Prozesse zwischen Mobbing-Opfer und Mobbing-Täter sind genauso beliebt wie Nachbarschaftsstreitigkeiten. Es gibt eine Fülle von Vorwürfen, es gibt unterschiedliche Darstellungen zu den einzelnen Sachverhalten und der Wahrheitsgehalt der einzelnen Vorwürfe ist nur - wenn überhaupt - mit sehr großem Zeit- und auch finanziellem Aufwand zu ermitteln. Oft enden solche Prozesse deshalb wie das Hornberger Schießen, man findet irgendeinen Kompromiss und kommt zu einem Vergleich, der dann u.U. auf der Internet-Seite des Mobbing-Täters als großer Sieg über sein Mobbing-Opfer gefeiert wird.
Festzuhalten ist, geht es um ein Fehlverhalten eines Menschen, so haben wir ein Rechtssystem, das es ermöglicht, dieses Fehlverhalten zu ahnden. Wurde das Fehlverhalten geahndet, so braucht es keine zweite Bestrafung des Menschen per Internet.
Hüten wir uns davor, im Internet erhobene Vorwürfe als wahr anzusehen. Es ist zu leicht, Schmutz über einen Menschen auszugießen und sein Ansehen zu zerstören. Wehren wir uns gegen Aufrufe wie “Stoppt XYZ!!” Wenn wir nicht sicher sind, ob die Vorwürfe wahr sind, dann dürfen wir sie uns nicht zu Eigen machen.
Es kann jeden von uns treffen. !
Mit freundlichen Grüßen,
Swanie Simon http://www.gesundehunde.de
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Der Himmel
Ein Mann ging mit seinem Hund entlang einer Straße spazieren und freute sich über die Landschaft, als ihm plötzlich bewusst wurde, dass er tot war. Er erinnerte sich an das Sterben und daran, dass der Hund neben ihm ja schon seit Jahren tot war. Er war neugierig, wo ihn die Straße hinführte. Nach einiger Zeit kamen sie zu einer hohen Steinmauer entlang der Straße - es sah aus wie feinster Marmor. Am Gipfel einer kleinen Erhebung war dann die Mauer durch eine Pforte unterbrochen, die im Sonnenlicht glänzte. Die Straße war hier wie aus purem Gold und als er dann davor stand, sah er, dass die Pforte wie Perlmutter aussah. Er ging mit seinem Hund auf die Pforte zu und sah an der Seite einen Mann an einem Schreibtisch. Als er nahe genug bei dem Mann war, fragte er: "Entschuldigung, wo sind wir denn hier?" "Dies ist der Himmel, mein Herr", antwortete der Mann. "Ohhh! Hätten sie vielleicht ein bisschen Wasser?" "Natürlich, lasse ich sofort bringen" Der Mann machte eine einladende Geste und die Pforte begann, sich zu öffnen. "Kann mein Freund (er zeigte auf den Hund) auch herein?" "Es tut mir leid, aber wir erlauben keine Haustiere hier!" Der Mann dachte einen Augenblick nach, drehte sich um, und begann, weiter mit seinem Hund der Straße entlang zu gehen . . . Nach einem weiteren längeren Spaziergang, kamen sie am Gipfel einer weiteren Erhebung zu einem unbefestigten Weg, der zu einem Gatter zu einem Bauerhaus führte. Das Gatter sah so aus, als ob es noch nie geschlossen worden wäre. Es gab auch keinen Zaun. Als er näher kam, sah er einen Mann, gegen einen Baum lehnend, der ein Buch las. "Entschuldigung, Hätten sie vielleicht ein bisschen Wasser?" "Ja, natürlich, dort drüben gibt es einen Brunnen", antwortete der Mann, während er in Richtung eines Platzes zeigte, den man von draußen nicht sehen konnte, "Kommen sie doch herein". "Und wie steht's um meinen Freund?" (auf den Hund zeigend). "Ja natürlich, der kann auch mit, neben dem Brunnen sollte eine Schüssel stehen". Der Wanderer füllte die Schüssel, nahm selbst einen großen Schluck und als der Hund fertig war, wandte er sich wieder an den lesenden Mann: "Wie heißt dieser Platz hier?" "Dies ist der Himmel" "Das ist sehr verwirrend", sagte der Wanderer, "der andere Mann ein wenig weiter unten auf der Straße sagte, dass sein Platz auch der Himmel sei!" "Oh du meinst den Platz mit der goldenen Straße und der Türe aus Perlmutter? Nein! Das ist die Hölle" "Und macht euch das nicht sehr böse, dass sie euren Namen verwenden?" "Nein! Ganz im Gegenteil! Ich verstehe zwar, dass sie das denken! Aber wir sind sehr glücklich, dass die dort die Menschen aussieben, die ihre besten Freunde im Stich lassen!"
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"Die Reise des Lebens in Gesellschaft von Tieren ist wie eine Reise mit Engeln, Führern, Hütern, Hofnarren, Schatten und Spiegeln. Auf meiner Reise, bei der ich versuche, Tiere vollständiger zu sehen, mich auf fremdem Land bewege und mich um Sprachkenntnisse in diesen anderen Sprachen bemühe, habe ich viel mehr gefunden, als nur die Tiere selbst. Wie alle Reisenden, egal, wie weit der Weg sie führt, habe ich mich selbst gefunden."
- Suzanne Clothier
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Der Tempel der tausend Spiegel
Es gab in Indien den Tempel der tausend Spiegel. Er lag hoch oben auf einem Berg und sein Anblick war gewaltig. Eines Tages kam ein Hund und erklomm den Berg. Er stieg die Stufen des Tempels hinauf und betrat den Tempel der tausend Spiegel.
Als er in den Saal der tausend Spiegel kam, sah er tausend Hunde. Er bekam Angst, sträubte das Nackenfell, klemmte den Schwanz zwischen die Beine, knurrte furchtbar und fletschte die Zähne. Und tausend Hunde sträubten das Nackenfell, klemmten die Schwänze zwischen die Beine, knurrten furchtbar und fletschten die Zähne.Voller Panik rannte der Hund aus dem Tempel und glaubte von nun an, dass die ganze Welt aus knurrenden, gefährlichen und bedrohlichen Hunden bestehe.
Einige Zeit später kam ein anderer Hund, der den Berg erklomm. Auch er stieg die Stufen hinauf und betrat den Tempel der tausend Spiegel. Als er in den Saal mit den tausend Spiegeln kam, sah auch er tausend andere Hunde. Er aber freute sich. Er wedelte mit dem Schwanz, sprang fröhlich hin und her und forderte die Hunde zum Spielen auf.
Dieser Hund verließ den Tempel mit der Überzeugung, dass die ganze Welt aus netten, freundlichen Hunden bestehe, die ihm wohlgesonnen sind.
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Die drei Siebe des Sokrates
Eines Tages kam ein Bekannter zum griechischen Philosophen Sokrates gelaufen. "Höre, Sokrates, ich muss dir berichten, wie dein Freund...." "Halt ein" unterbrach ihn der Philosoph. "Hast du das, was du mir sagen willst, durch drei Siebe gesiebt?" "Drei Siebe? Welche?" fragte der andere verwundert. "Ja! Drei Siebe! Das erste ist das Sieb der Wahrheit. Hast du das, was du mir berichten willst, geprüft ob es auch wahr ist?" "Nein, ich hörte es erzählen, und..." "Nun, so hast du sicher mit dem zweiten Sieb, dem Sieb der Güte, geprüft. Ist das, was du mir erzählen willst - wenn es schon nicht wahr ist - wenigstens gut?" Der andere zögerte. "Nein, das ist es eigentlich nicht. Im Gegenteil....." "Nun", unterbrach ihn Sokrates. "so wollen wir noch das dritte Sieb nehmen und uns fragen ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich so zu erregen scheint." "Notwendig gerade nicht...." "Also", lächelte der Weise, "wenn das, was du mir eben sagen wolltest, weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste weder dich noch mich damit." Quelle unbekannt
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Warum Tiere nicht solange leben.............
“Ich bin Tierärztin und wurde gebeten, den 10Jahre alten Irish Wolfshound Belker zu untersuchen. Die Besitzer Ron, Lisa und ihr Sohn Shane hingen alle sehr an Belker und hofften auf ein Wunder. Ich untersuchte Belker und fand heraus, daß er Krebs im Endstadium hatte. Ich sagte der Familie, daß es kein Wunder mehr geben würde, und bot ihr an, den alten Hund bei ihnen zuhause einzuschläfern. Während wir den Termin absprachen, sagten mir Ron und Lisa, daß sie glaubten, der 4jährige Shane solle dabei bleiben. Sie dachten, er könnte etwas aus dieser Erfahrung lernen. Am nächsten Tag fuhr ich zum Haus der Familie, und spürte die gedrückte Stimmung, als Belkers Familie sich versammelte. Shane wirkte sehr ruhig, als er Belker das letzte mal streichelte, und ich fragte mich, ob er verstand, was los war. Innerhalb weniger Minuten war Belker friedlich gestorben. Der kleine Junge schien den Tod seines Freundes ohne große Schwierigkeiten zu akzeptieren. Wir saßen noch eine Weile zusammen und fragten uns, warum Tiere soviel früher sterben müssen als Menschen. Shane, der bis jetzt still zugehört hatte, meldete sich: “Ich weiß warum” Wir alle waren überrascht. Was er als nächstes sagte überraschte mich noch mehr. Noch nie hatte ich eine so tröstende Erklärung gehört. Er sagte: “Wir werden geboren, damit wir lernen können, ein gutes Leben zu führen. Wir sollen alle lieben und nett zu ihnen sein, stimmts?? Naja.....Tiere wissen doch schon, wie es geht, also müssen die nicht so lange hier bleiben wie wir!!!
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Ein Brief von Deinem Hund an Dich
Ich bin dein Hund und es gibt eine Kleinigkeit, die ich dir ins Ohr flüstern möchte: Ich weiß, ihr Menschen seid sehr beschäftigt. Manche müssen arbeiten, manche müssen Kinder großziehen. Immer musst du hierhin und dorthin laufen, oft viel zu schnell und oft auch, ohne die wirklich großartigen Dinge des Lebens zu bemerken. Sieh einmal zu mir herunter, während du jetzt an deinem Computer sitzt. Kannst du verstehen, auf welche Art meine dunkelbraunen Augen in deine Augen sehen? Sie sind schon etwas trüb geworden und ein paar graue Haare habe ich rund um meine Schnauze. Du lächelst mich an, ich sehe es in deinen Augen. Was siehst du in meinen? Siehst du mein Wesen? Eine Seele in mir, die dich so sehr liebt, wie niemand sonst es könnte? Einen Geist, der dir alle früheren Versäumnisse vergeben würde, hättest du jetzt nur einen Moment Zeit für mich? Manchmal müssen wir so jung sterben, so schnell, manchmal so plötzlich, dass es dein Herz zerbricht. Manchmal altern wir vor deinen Augen so langsam, dass du es nicht einmal merkst, ehe das Ende kommt, wenn wir dich mit ergrauten Schnauzen und katharrumwölkten Augen ansehen. Immer noch ist die Liebe da, sogar noch wenn wir uns diesem langen Schlaf hingeben müssen, um frei in ein entferntes Land zu laufen, bis wir uns wiedersehen. Vielleicht bin ich morgen nicht mehr hier, vielleicht bin ich nächste Woche nicht mehr hier. Eines Tages wirst du das Wasser aus deinen Augen wischen, das die Menschen haben, wenn tiefer Kummer ihre Seelen fällt, und du wirst dir Vorwürfe machen, dass du neulich nicht nur einen weiteren Tag Zeit für mich hattest. Weil ich dich so liebe, berühren deine Sorgen meine Seele und machen mich traurig. Komm her, setz dich zu mir auf den Boden und sieh mir tief in die Augen. Komm nicht als Alpha zu mir oder als Trainer oder womöglich als Mama und Papa ... Komm zu mir als eine lebende Seele, streich mir übers Haar, lass uns einander in die Augen sehen und einfach reden. Du hast einmal beschlossen, mich in deinem Leben zu haben, weil du wolltest, dass eine Seele alles mit dir teilt. Jemand, der ganz anders ist als du - und hier bin ich. Ich bin ein Hund, ich bin lebendig. Ich habe Gefühle, ich habe körperliche Sinne. Ich kann die Unterschiede in unserem Wesen, unseren Seelen fühlen. Mit all deinen Marotten bist du menschlich und ich liebe dich trotzdem. Nun komm, setz dich zu mir auf den Boden. Komm in meine Welt und lass die Zeit langsamer laufen, wenn auch nur für 15 Minuten. Vielleicht gibt es kein Morgen für uns. Das Leben ist so furchtbar kurz ...
In Liebe Dein Hund
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Prüfung aus Hunde-Sicht Am Morgen des Prüfungstages fiel mir die ständige Aufmerksamkeit auf, die die Familie meiner Wenigkeit widmete. Leichte Hektik auch, als sich Frauchen die Schuhe anzog. Die sonst übliche, nach Leckerli und Natur duftende Jacke, die schönen Turnschuhe blieben an der Garderobe. Frauchen trug Kleidung, die sie normalerweise dann anzieht, wenn ich zu Hause bleiben muss. Beunruhigend! Wir gehen zum Auto, Frauchen vergisst etwas. Hastet zurück. Streichelt mich. Warum?? Wir fahren zum Hundeplatz. Heute dürfen die vierbeinigen Kumpels nicht mit mir spielen, wir dürfen uns nicht beschnuppern. Merkwürdig!!! Ich zeige meinen good will und hebe hier und da das Bein. Auf meinem geliebten Hundeplatz wird heute nicht gelacht, keine Zurufe ertönen, jeder Zweibeiner riecht nach Stress. Wenn meine Kumpels von den Übungen zurückkommen, werden sie von den wartenden Menschen umringt, beklatscht und betätschelt. Eigenartig!! Ich glaube, jetzt sind wir an der Reihe. Plötzlich entwickelt sich mein heißgeliebter Übermensch zu einem Fremden. Sie zerrt mich grob und hektisch zum Eingang. Der hastige, steife Schritt und die ernste Miene sind unangenehm. Ich weiche etwas zur Seite. Sofort kommt ein grimmiges FUSS. Die übliche Korrektur mit Leine oder Leckerli entfällt. Kein BRAV entschlüpft ihr, als ich mich, sobald sie anhält, hinsetze, damit ich sie wieder positiver stimmen kann. Warum benimmt sie sich so blöd? Sonderbar! Ich werde langsam sauer!!! Jetzt leint sie mich ab, und ich fühle mich wieder frisch. Ich schüttle mich kurz. Anscheinend ist die eisige Phase vorüber. Da zischt mir wieder ein unnatürliches FUSS entgegen. Jeden Meter, jede Wendung, jedes Anhalten haben wir trainiert, und ich kann alles wie im Schlaf. Trotzdem fehlt mir heute die Sicherheit. Ich finde den Faden zu meinem Oberhund nicht. So trotte ich nebenher. Ich fühle mich unwohl. Gäääääähhhnn!!! Wieder halten wir an. Sie lobt mich nicht, trotzdem ich doch alles richtig gemacht habe. Ich weiß, dass jetzt, nach 19 Schritten, mein SITZ kommt. Doch der Befehl klingt anders. Gekrächzt. Es irritiert mich. Ich gehe vorsichtshalber in eine Stellung zwischen SITZ und PLATZ. So wird's schon recht sein. Frauchen bekommt den bösen Blick, lässt die Schultern herabfallen, ihre Haltung verrät nichts Gutes. Schnell lege ich mich hin, um meine Ergebenheit auszudrücken. So, wie sie jetzt auf mich zukommt, ist sie mir unheimlich. Jetzt habe ich Magendrücken. Und als sie mich am Halsband hochzieht, kusche ich wieder in Liegestellung. Mir reicht's langsam! Das erneute Losgehen mache ich zwar automatisch mit, aber als sie PLATZ herausstammelt, bleibe ich einfach stehen. Jetzt atmet sie auch noch fast hechelnd. Ich begebe mich vorsichtig zu ihr und hoffe, endlich ihr BRAV zu hören, aber sie wird immer zorniger. Da, wedel-wedel, sie geht in Richtung Bringhölzer. Meine Lieblingsübung. Mir lacht das Herz. Freudig gehe ich bei Fuß, setze mich blitzartig, als sie das Holz wegschißt, und warte auf ihr BRING. Es kommt, scharf, und als ich mich mit dem aufgenommenen Holz wieder Richtung Frauchen drehe, sehe ich ihre miese Laune. Weil ich sie auf der Spielwiese mit Stöckchenspielen immer aufheitern kann, versuch ich es jetzt und fordere sie auf, mir nachzurennen. Na los doch !!!! Da brüllt sie BRING und schäumt vor Wut. Nicht einmal die Spielaufforderung versteht sie. Ich lasse das Bringholz lieber fallen und gehe in die Grundstellung. Das mag sie doch sonst. Verzweifelt himmle ich sie an. Wieder falsch! Ich spüre es an Ihrer Körpersprache!! Es ist zum verzweifeln!! Die letzte Übung VORAN versetzt mich nun in einen Zwiespalt. Will sie das wirklich? Was will sie eigentlich? Kann ich ihr heute irgend etwas recht machen? Da fällt mir ein: Sie ist doch immer ganz begeistert, wenn ich morgens mein Häufchen erledige. Vielleicht erheitert sie das? Vielleicht bekomme ich sogar ein Extra-Leckerli? Ich laufe schnell seitlich an den Rand des Hundeplatzes und befreie mich, körperlich und seelisch. Ich komme ja gleich wieder. Jetzt wird alles gut! Doch wie schrecklich. Großer allmächtiger Wolf, bewahre mich vor dem Tierheim. Lasst es Abend werden. Denn morgen wird sicher alles wieder gut..............
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